Haben Sie Fragen oder möchten Sie einen Termin vereinbaren? Rufen Sie uns an: 0731 25060566

Gesunde Ernährung braucht keine Trends, sondern Fakten

Personal Essence Blogpost zum Thema Ernährung

Nachdem ich im letzten Blogbeitrag etwas über den Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit und Lebenserwartung geschrieben habe, gehe ich im zweiten Teil dieser Artikelfolge in die Details einer gesunden Ernährung.

Falls Sie den ersten Teil noch nicht gelesen haben, schauen Sie > hier

Der Begriff “gesunde Ernährung” wird schon lange Zeit ziemlich strapaziert. Mit schöner Regelmäßigkeit bekommen Diät-Trends das Label “gesund”. 

Vor einigen Jahren noch galt Fett als Böse und wurde in der Low-Fat-Bewegung fast gänzlich aus dem Speiseplan entfernt. Dafür aß man viele Kohlenhydrate. Denn unglücklicherweise führte das fehlende Fett dazu, dass das Essen geschmacksarm wurde—was die Nahrungsmittelindustrie durch das Hinzufügen von Zucker, Maissirup und Salz auszugleichen versuchten. Zwischenzeitlich weiß man, dass Fett nicht zwangsläufig dick macht und dass es ein unentbehrlicher Stoff für ganz viele Körperprozesse ist. Unter anderem ist es Baustoff für Zellen und Nervengewebe. Was man auch weiß, ist dass die gesteigerte Zufuhr von Kohlenhydraten zu einer regelrechten Epidemie an Diabetes und Fettleibigkeit geführt hat.

Also schlägt heute das Pendel in die andere Richtung aus – Kohlenhydrate werden verdammt und in manchen Ernährungsformen komplett durch Fett und Proteine ersetzt. Mit der Ketogenen Ernährung wurde ein neues Extrem geboren, was mich zu der Frage verleitet: Was werden Forschung und Presse wohl in einigen Jahren über die Keto-Diät zu berichten wissen?

Glaubt man den Sozialen Medien ist Essen das Zentrum unserer Kultur geworden. Es geht dabei schon lange nicht mehr nur darum, das körperliche Bedürfnis nach Nahrung zu stillen. Nahrungsaufnahme ist Statussymbol, Kontrolle und ein Zeichen von Bildung und Bewusstsein. Das eigene Essverhalten soll uns definieren, uns positionieren. Wir werden zu dem, wie(!) wir essen – Vegetarier, Veganer, Paleo, Rohköstler, Low Carber…

Und trotz dieses Fokus auf unser Essen war die Gesellschaft als Ganzes nie so ungesund wie heutzutage. Laut Untersuchungen essen wir zu häufig und zu einseitig – mit zu viel Zucker, tierischem Eiweiß und gesättigten Fettsäuren. Außerdem enthält unsere industrielle Nahrung Unmengen ungesunder Zusatzstoffe, die unserem Körper schaden.

In diesem Artikel gehe ich gedanklich einen Schritt zurück, und sortiere die Ernährung aus ihrer lebensbestimmenden Sonderstellung als Identifikationsmerkmal zurück in ein Neben- und Miteinander verschiedener Faktoren für Wohlbefinden. Es geht uns, bei Personal Essence, in allem was wir tun, darum, Körper, Geist und Seele ganz unverkrampft etwas Gutes zu tun. Gesund ist für uns, was Körper, Geist und Seele zuträglich ist. Ganz untrendy und ohne Hype.

Wie definieren wir also gesunde Ernährung?

Gesunde Ernährung liefert unserem Körper alle Stoffe, die er zum gesunden Dasein benötigt, und vermeidet Stoffe, die bekannterweise als schädlich eingestuft werden.

Damit wäre eigentlich alles gesagt.

Hier zur Verdeutlichung ein paar Details – immer gestützt von aktuellen Forschungsergebnissen. Sie werden sehen, dass unterschiedliche ältere und aktuelle Erkenntnisse der Wissenschaft in einer ähnlichen, zu bevorzugenden Ernährungsform resultieren.

Man weiß inzwischen, dass nicht nur die Grundnährstoffe Eiweiß, Fette, Kohlenhydrate sowie Vitamine und Mineralstoffe entscheidend für eine gesunde Ernährung sind, sondern dass darüber hinaus die Vielzahl an Ballaststoffen, die große Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe und Antioxidantien eine primäre Bedeutung als Schutzstoffe für unsere Gesundheit haben. Wird eine dieser Gruppen vernachlässigt oder unausgewogen priorisiert, gerät der Körper in eine Dysbalance. Die Folgen davon zeigen sich in unterschiedlichen Körperbereichen: Gelenke können Schmerzen, das Herz-Kreislauf-System kann belastet werden, es kann zu Diabetes kommen oder der Energiehaushalt des Körpers funktioniert nicht und wir fühlen uns ständig müde.
Die Basis all dieser manifestierten Ungleichgewichte ist der Darm:

Der Zustand des Darms und seiner vielen Millionen Untermieter

Gesunder Darm – gesundes Immunsystem

Essen wir nicht vollwertig leidet die Mikroflora im Darm, die einstmals ausgewogene Population aus Organismen – dazu zählen nicht nur die nützlichen Darmbakterien, sondern auch die im Darm ansässigen schädlichen Bakterien und Pilze – gerät aus dem Gleichgewicht. Die Folgen einer gestörten Darmflora bleiben nicht auf die Verdauung beschränkt. Toxine und andere Schadstoffe gelangen in den Körper und begünstigen Erkrankungen.

  • Es entsteht eine Neigung zu Durchfällen oder Verstopfung. Entzündungen des Darms werden gefördert. Der Organismus wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt.
  • Gelangen aus dem Darm zu viele Abfall- und Schadstoffe in den Organismus, verschlackt das Grundsystem. Das ist die sogenannte „Gewebeflüssigkeit“ zwischen den Zellen. Hier wird gefiltert, was in die Zelle gelangen darf, und die Stoffwechselschlacken aus der Zelle abgeleitet. Funktioniert das nicht, werden die Zufuhr von lebenswichtigen Bausteinen in die Zelle sowie der Abtransport des Zellmülls behindert. Die Entgiftungsorgane (Nieren, Leber) werden überfordert. Das schwächt den Stoffwechsel und die Abwehrkraft.
  • Schwer wiegt die Beeinträchtigung des Immunsystems. Es muss alle Reserven aufbieten, um im Darm die Erreger und ihre Gifte abzuwehren. Andere „Abwehrfronten“ werden geschwächt.

Es ist also wichtig den Darm gesund zu halten. Aber wie funktioniert das?

Die Darmgesundheit wird durch die Aufnahme von Präbiotika gefördert. Präbiotika sind nicht verdaubare Lebensmittelbestandteile, die mit der Nahrungsaufnahme in den Darm gelangen. Von diesen Stoffen ernähren sich die guten Darmbakterien.

Die präbiotischen Ballaststoffe kommen besonders in nicht bis wenig verarbeiteten pflanzlichen Lebensmitteln vor.
Ganz besonders reichlich in folgenden Nahrungsmitteln:

Anregung Nummer 1:

Tun Sie Ihrem Darm etwas Gutes, indem Sie viele Präbiotika in Form von Gemüse (und Obst) zu sich nehmen.
Was heiß viele? Etwa zwei Drittel Ihres Tellers sollten mit Gemüse gefüllt sein. Den Rest des Tellers bilden die „Beilagen“.

Ein ausgewogener Säure-Basen-Haushalt

Die Ernährung hat einen deutlichen Einfluss auf den Säure-Basen-Haushalt des Organismus. Eine nahrungsbedingte hohe Säurelast, z. B. durch einen dauerhaft hohen Konsum von Proteinen tierischen Ursprungs und wenig Nahrung mit Alkaliverbindungen, wie sie in Pflanzen reichlich vorkommen, führt zu einer tendenziell sauren Stoffwechsellage. Dieser wirkt unser Körper mit verschiedensten Puffersystemen entgegen. Etwa 2/3 der Säurelast wird im Rahmen des Kohlensäure-Bicarbonat-Systems über die Lunge ausgeschieden. Ein weiterer Teil wird mithilfe von Kalzium über die Nieren ausgeschieden. Die Auswirkungen davon sind umstritten und Forschungseinrichtungen weltweit untersuchen die Zusammenhänge. Verschiedene Studien zeigen einen gesteigerten Kalziumverlust über die Nieren bei einer Erhöhung der Proteinzufuhr. Demnach führt bereits eine geringfügige Azidose zu einem erhöhten Knochenabbau und einem vergrößerten Osteoporose-Risiko.

Außerdem gibt es den Zusammenhang zwischen erhöhter Säurelast und Bluthochdruck.  Sowie Untersuchungen zum Thema: Höhere Werte des Stresshormons Cortisol bei erhöhter Säurelast im Körper.

Die Wissenschaft diskutiert das Thema kontrovers und viele Mediziner schauen argwöhnisch auf basische Ernährungsformen. Dennoch zeigen die Forschungsergebnisse in Richtung einer basenlastigen Ernährung, die nebenbei auch ansonsten viele gesundheitliche Vorteile hat. Und somit tendiere ich dazu, die Säurelast des Körpers durch die Nahrung möglichst gering zu halten. Das funktioniert im Rahmen einer „gesunden und klugen Ernährung“, wie wir sie definieren und wie sie als Resultat vieler Studien herauskommt, sowieso automatisch.

Wie funktioniert eine basenlastige Ernährung?

  • Viel Obst und Gemüse essen, denn bis auf wenige Ausnahmen wirken diese im Körper basisch
  • Deutlich einzuschränken sind säuernde Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Käse, Weißmehlprodukte, Zucker, Kaffee und Alkohol
  • Sehr wichtig ist eine ausreichende Trinkmenge von etwa 2,5 l/Tag : An Getränken eignen sich Kräutertees, grüner Tee und kohlensäurearmes bzw. stilles Mineralwasser, sowie Leitungswasser.
  • Sehr wichtig ist auch die Atmung. Sie eliminiert alle flüchtigen Säuren. Eine tiefe Atmung verbessert den ganzen Säure-Basen-Stoffwechsel, insbesondere auch durch regelmäßige intensive Bewegung und Sport.

Sie sehen also schon, dass eine basenlastige Ernährung der vorher beschriebenen Ernährungsform gleicht, die die Darmgesundheit fördert.

Anregung Nummer 2 wird Ihnen bekannt vorkommen:

Tun Sie Ihrem Säure-Basen-Gleichgewicht etwas Gutes, indem Sie viel Gemüse und Obst zu sich nehmen. Etwa zwei Drittel Ihres Tellers sollten damit gefüllt sein. Den Rest des Tellers bilden die „Beilagen“

Antioxidantien für Schutz und Anregung des Immunsystems

Zum Thema Antioxidantien gibt es Unmengen von Studien. Auf der Suche nach krankheitsvorbeugenden Substanzen stoßen die Wissenschaftler in den letzten Jahren häufig auf Inhaltsstoffe in Organismen wie Gemüse- oder Gewürzpflanzen, deren krankheitshemmende Wirkung in Experimenten und klinischen Studien geprüft wird. Für die Pharmaunternehmen sind diese Stoffe wirtschaftlich sehr interessant. Denn was einer erfolgreichen Studie meist folgt ist, dass der Wirkstoff in Kapselform auf den Markt gebracht wird.

Zum Beispiel Grüntee-Extrakte in Kapselform: In experimentellen Untersuchungen und klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass den Inhaltsstoffen des Grünen Tees eine wichtige Rolle als Radikalfänger in der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen Radikalfänger in der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen  und der Verhinderung der Zellschädigung durch Oxidation (z.B. bei Rauchern) zukommen.

Also brachte man Grüntee-Kapseln auf den Markt, die man zwischenzeitlich aber sehr kritisch sieht: Die hohe Dosierung der Kapseln – so viele Tassen Tee kann man unmöglich täglich trinken – kann die Leber schädigen.

Der Ansatz einen bestimmten Stoff aus einem wundervollen Nahrungsmittel zu extrahieren und diesen in hohen Mengen zuzuführen ist ein unnatürlich technischer. Genau die Kombination aus Ballaststoffen, Vitaminen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen machen die gesundheitliche Wirkung eines Nahrungsmittels aus. Sie stoßen Zellprozesse an, stärken die Widerstandskraft, regen die Selbstheilung an, hemmen Entzündungen und regulieren Körperprozesse. Sie helfen außerdem Giftstoffe abzubauen, hemmen die Nitrosaminbildung im Magen-Darm-Trakt und schützen Leber, Schleimhäute und Haut. Und zwar in den Wirkstoff-Mengen, die die Natur dafür vorgesehen hat und die wir mit unserer Nahrung auf natürliche Weise zu uns nehmen können.

Eine farbenfrohe und abwechslungsreiche Vollwertkost ist die beste Möglichkeit, diese ausreichend und in einem biologischen sinnvollen Verhältnis zueinander aufzunehmen.

Auch hier ist wieder der resultierende Tipp, Anregung Nummer 3:

zwei Drittel Ihres Tellers sollten mit Obst und Gemüse gefüllt werden.

Was kommt dann auf das freie Drittel des mit “gesunder Ernährung” gefüllten Tellers?

Das erkläre ich im nächsten Artikel unserer Serie zum Thema „Gesunde Ernährung“

Menü schließen